Ankündigung

Jochen Kirchhoff (1944–2025) ist einer der faszinierendsten Philosophen unserer Epoche. Bereits 1979/80 verfasste der damals gerade erst 35-Jährige wagemutig eine alternative Geschichte der Physik. Dieses zunächst unveröffentlicht gebliebene Werk, das in den folgenden Jahrzehnten den Hintergrund seiner geistigen Arbeit bildete, wird hier nun erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Indem Kirchhoff die Entwicklungsgeschichte der Physik ausgehend von ihren Anfängen in der Renaissance rekonstruiert und sie zugleich mit der Philosophiegeschichte überblendet, werden vergessene Weggabelungen und alternative Entwicklungspfade der Naturwissenschaften sichtbar. In der Auseinandersetzung mit den Größen der Physik deckt Kirchhoff die verborgenen Glaubenssätze der Naturwissenschaften auf und gelangt schließlich zu einem neuen und revolutionären Welt- und Naturverständnis.Mit diesem lang erwarteten Werk legt der Berliner Naturphilosoph sein Opus magnum zur Kritik des naturwissenschaftlichen Weltbildes der Neuzeit vor. Seine Untersuchung weist detailliert nach, dass das reduktionistische Weltverständnis auf gravierenden Fehlannahmen und unhinterfragten Postulaten beruht. Die verbreitete Vorstellung eines toten und sinnlosen Universums hat zu einer Mensch-Kosmos-Entfremdung geführt, die in der gegenwärtigen Krise des Westens ihren zwangsläufigen Ausdruck findet.
Kirchhoff richtet den Blick neu und unverstellt auf die seit hundert Jahren ungelösten Grundfragen der Physik und Kosmologie und fragt nach Schwerkraft, Licht, Raum, Materie, Bewegung und Zeit. Seine zentrale These lautet: Alles hängt am Problem der Gravitation. Wenn wir verstehen, was diese ist, besitzen wir den Schlüssel zum Ganzen.
Die »Anti-Geschichte« spannt einen fulminanten Bogen von der griechischen Philosophie über Kopernikus, Bruno, Kepler, Galilei und Newton bis hin zu Einstein, Heisenberg, C. F. v. Weizsäcker und H. F. Krause. Doch Kirchhoff belässt es nicht bei einer radikalen Grundlagenkritik der Physik – er präsentiert zugleich einen Gegenentwurf zur herrschenden Kosmologie, der anstelle von Fragmentierung, Zufall, Leere und toter Materie auf eine all-lebendige Ganzheit des Universums verweist.